Welt & Politik Südkorea: Der Fluch des Präsidentenamts

13:25  20 märz  2017
13:25  20 märz  2017 Quelle:   dw.com

Südkorea: Verfassungsgericht bestätigt Amtsenthebung von Präsidentin Park

  Südkorea: Verfassungsgericht bestätigt Amtsenthebung von Präsidentin Park Eine Korruptionsaffäre wurde der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye zum Verhängnis. Im Zentrum steht dabei ihre Vertraute Choi Soon Sil, die ihre guten Beziehungen zur Staatsspitze für eigene Zwecke nutzte. © picture-alliance/dpa/Jeon Heon-Kyun Park Geun Hye muss den Präsidentenpalast endgültig räumen (Archivbild) Südkoreas Verfassungsgericht hat die Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun Hye offiziell bestätigt. Damit folgte das Gericht dem Parlamentsbeschluss vom Dezember. Nun muss binnen 60 Tagen neu gewählt werden.Park Geun Hye und Choi Soon Sil kennen sich schon sehr lange.

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Elf Präsidenten hatte Südkorea seit Ende 1948. Eine Amtszeit ohne Zwischenfälle? Die große Ausnahme. Stattdessen dramatische Schicksale: Korruption, Gefängnis, Mord, Selbstmord, Putsch und Amtsenthebung.

Südkorea: Der Fluch des Präsidentenamts © picture-alliance/dpa/E. Jones Südkorea: Der Fluch des Präsidentenamts

Als Park Geun Hye 2013 ins Blaue Haus, den Präsidentenpalast, einzog, galt sie vielen als Hoffnungsträgerin für Südkorea. Vier Jahre später schlägt ihr der Hass der Bevölkerung entgegen. Nach monatelangen Massenprotesten musste sie den Präsidentensitz räumen. Park hatte einer engen Freundin vertrauliche Regierungsdokumente zugänglich gemacht, obwohl diese kein politisches Amt bekleidete. Die Vertraute soll mit Parks Rückendeckung Unternehmen erpresst haben. Im März schließlich entschied das Verfassungsgericht, Park ihres Amtes zu entheben. So etwas hat es in der südkoreanischen Geschichte noch nie gegeben.

Adele: Johnny Depp sei Dank

  Adele: Johnny Depp sei Dank Adele (28) hat von Johnny Depp (53) gelernt. Die Musikerin ('Hello') befindet sich gerade auf Tour in Australien, bevor sie nach Neuseeland weiterzieht. Eigentlich wollte sie in diesen strapaziösen Wochen ihren Hund Louie mitnehmen, doch in Hinblick auf das Johnny-Depp-Desaster nahm sie lieber davon Abstand. Der Schauspieler hatte 2015 Aufsehen erregt, indem er seine beiden Hunde im Flugzeug nach Australien geschmuggelt hatte, um sie bei den Dreharbeiten für den fünften Teil von 'Fluch der Karibik' bei sich zu haben. Für die Einfuhr von Tieren auf den Kontinent sind allerdings strenge Vorgaben zu beachten, die Johnny schlicht ignoriert hatte. Nachdem der australische Premierminister gedroht hatte, die Tiere einschläfern zu lassen, musste der Darsteller eine Geldstrafe zahlen und konnte den Tod seiner Tiere noch einmal abwenden. Es war nicht nur für Johnny eine Lehre, sondern auch für Adele, die eigentlich ihren Louie, einen Dackel, mit nach Australien bringen wollte, um ihr auf ihrer Tour Gesellschaft zu leisten. Doch als sie am 13. März in Adelaide auf die Bühne trat, verriet sie ihren tausenden Fans, dass Johnny Depp ihr gelehrt habe, es lieber gar nicht erst zu versuchen. Adele hatte bereits in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, wie wichtig ihr ihr Hund ist, immerhin hatte sie ihn in aller Öffentlichkeit die Liebe ihres Lebens genannt. Ihre Fans feierten das Konzert auf ohne Louie.

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Jahr: 2003. Land: Südkorea . Genre: Drama, Thriller, Filmtipps, Psychothriller, Independent.

Dabei sind turbulente Amtszeiten in dem ostasiatischen Land eher die Regel als die Ausnahme. Und zwar sowohl zu Zeiten der Diktatur als auch nach der demokratischen Wende 1987. Korruption und Machtkämpfe bis in die höchsten Ämter prägen die südkoreanische Politik seit Jahrzehnten. Gekämpft wird mit allen Mitteln.

"Übervater" der Nation

Erster Präsident des gerade unabhängig gewordenen Landes wurde 1948 Rhee Syng Man. Der von den USA unterstützte antikommunistische Hardliner wurde 1960 nach pro-demokratischen Studentenprotesten entmachtet und floh mit Unterstützung des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA nach Hawaii. Sein glückloser Nachfolger wurde bereits nach 18 Monaten aus dem Amt geputscht.

Südkorea: Präsidentenwahl im Mai

  Südkorea: Präsidentenwahl im Mai Der Korruptionsskandal um die inzwischen entmachtete Präsidentin Park hat Südkorea aufgewühlt. Zehntausende gingen gegen, aber auch für sie auf die Straße. Nun soll am 9. Mai ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden. © Reuters/Yonhap/S. Myeong-gon Südkoreas Ex-Präsidentin Park: Ein Abschiedsgruß nach der Amtsenthebung Die Amtsenthebung von Park Geun Hye durch das Verfassungsgericht macht es erforderlich, dass innerhalb von 60 Tagen die Neuwahl stattfindet. Ursprünglich war die Wahl für Dezember vorgesehen.

Angesichts von Korruptionsvorwürfen hat Südkoreas Ministerpräsident Lee Wan Koo seinen Rücktritt angeboten. Lee habe Präsidentin Park Geun Hye, die Südamerika besucht, von seiner Absicht informiert, teilte eine Sprecherin des Präsidentenamts in Seoul mit.

Das Korrespondentennetz der ARD ist eines der größten Welt. 45 Fernsehkorrespondenten sind ständig vor Ort in den 30 Auslandstudios der ARD. Einmal in der Woche berichten sie für den "Weltspiegel" – aktuell und hintergründig. Indonesien: Der Fluch der Schatzinsel.

Es folgte die Ära des "Übervaters" Park Chung Hee. Kein anderer regierte Südkorea so lang wie der Vater der jetzt gestürzten Präsidentin. Unter ihm erlebte das kriegsgebeutelte Land einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwungs. Gleichzeitig führte er es mit eiserner Hand. Kritiker sprechen von einem extrem autoritären Führungsstil. 1979 wurde Park von seinem Geheimdienstchef ermordet.

Asienkrise und Sonnenscheinpolitik

Bis zum demokratischen Wandel Südkoreas 1987 folgten drei weitere glücklose Präsidenten: Der erste wurde aus dem Amt geputscht, die anderen wurden wegen ihrer Beteiligung daran zu langen Gefängnisstrafen beziehungsweise zum Tode verurteilt. 1997 wurden beide begnadigt.

1993 übernahm mit Kim Young Sam der erste Zivilist das oberste Staatsamt. Er setzte sich gegen Korruption ein. Pikant: Sein eigener Sohn wurde wegen Bestechung und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt. Heute verbindet man mit dem Namen Kim Young Nam vor allem die Asienkrise. In seiner Amtszeit stand Südkorea Mitte der 90er Jahre kurz vor dem Staatsbankrott.

Tillerson besucht US-Truppen in Südkorea

  Tillerson besucht US-Truppen in Südkorea Im Zuge seiner Bemühungen um eine Eindämmung des nordkoreanischen Atomprogramms ist US-Außenminister Rex Tillerson von Japan nach Südkorea weitergereist. Tillerson besuchte am Freitag zunächst den US-Militärstützpunkt Osan, bevor er sich per Hubschrauber in die entmilitarisierte Zone zwischen Südkorea und Nordkorea bringen ließ. Dort traf er den Kommandeur der in Südkorea stationierten 28.000 US-Soldaten. Später wollte Tillerson den amtierenden südkoreanischen Staatschef Hwang Kyo Ahn treffen. Tillerson hatte am Donnerstag bei seinem Besuch in Tokio die bisherige Nordkorea-Politik für gescheitert erklärt.

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1997 begann die Ära Kim Dae Jung. Er ging als Begründer der sogenannten Sonnenscheinpolitik gegenüber Nordkorea in die Geschichte ein, dafür bekam er den Friedensnobelpreis. Zuvor verbrachte er als Oppositionspolitiker viele Jahre im Gefängnis und unter Hausarrest.

Demokratie im Zeichen der Korruption

Die beiden direkten Vorgänger der jetzt gestürzten Präsidentin Park waren direkt oder indirekt in Korruptionsskandale verwickelt. Roh Moo Hyun wurde zur tragischen Figur. Gegen ihn wurde ermittelt, weil er als Präsident mehr als vier Millionen Euro von einem Geschäftsmann angenommen haben soll. Kurz nach dem Ende seiner Amtszeit nahm er sich 2009 das Leben.

Der vorletzte Staatschef Lee Myung Bak schließlich sah sich gezwungen, öffentlich um Entschuldigung zu bitten, nachdem seinem Bruder und politischen Verbündeten Korruption im großen Stil nachgewiesen wurde. Mehr als eine peinliche Fußnote für Lee, immerhin hatte er seine Regierung in der Vergangenheit als "moralisch perfekt" bezeichnet.

Als sich Park Geun Hye nach ihrer Amtseinführung zum ersten Mal öffentlich an ihre Landsleute wandte, hatte sie ebenfalls ambitionierte Ziele. Das Motto ihrer Antrittsrede lautete: "Eine neue Ära der Hoffnung". Wie bei fast allen Vorgängern ist es am Ende anders gekommen.

Autor: Esther Felden, Rodion Ebbighausen

Offenbar sterbliche Überreste eines Menschen im Wrack der "Sewol" gefunden .
Nach der Bergung der vor fast drei Jahren gekenterten Fähre "Sewol" in Südkorea sind offenbar sterbliche Überreste eines Menschen entdeckt worden. Sie stammten vermutlich von "einem der vermissten Opfer", teilte das südkoreanische Seefahrtsministerium am Dienstag mit. Es kündigte eine Pressekonferenz zu dem Fund an. Die überladene "Sewol" war am 16. April 2014 in der Nähe der Insel Jindo vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Von den 476 Menschen an Bord kamen 304 ums Leben, darunter 250 Schüler. Hauptgrund war menschliches Versagen.

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